Warum ist eine Banane smarter und zugleich nachhaltiger als zum Beispiel eine Birne? Ganz einfach: Wenn sie nicht sofort von der Staude oder vom Baum weg gepflückt und verzehrt wird, ist sie viel besser darauf eingerichtet, als Nahrungsmittel und Vitaminspender zu dienen. Tausende von Kilometer kann sie reisen, ganz ohne besondere Transportverpackung, dabei sogar in aller Ruhe noch nachreifen.

Wobei man zugeben muss: Das geht nicht ohne Kühlung und der Seetransport verbraucht auch CO2. Die Nachhaltigkeit gilt also nur auf gleich kurzen Wegen. Dann aber ist es wirklich beeindruckend, dass die Banane seit tausenden von Jahren genau das leistet, was heute als „smarte“ Verpackung gilt. Sie benötigt keinen besonderen Schutz, d.h. keine Extraverpackung, wenn man sie vom Obsthändler oder Supermarkt nach Hause trägt. Sie ist von Natur aus „unverpackt“ und dennoch schützt die mehrlagige Schale den weichen Inhalt aufs Beste. Außerdem ist die Verpackung passgenau auf die Größe der Banane abgestimmt. Leicht öffnen lässt sie sich auch.

Und während bei industriell hergestellten mehrlagigen Verpackungen sofort das kritische Thema Recycling aufpoppt, ist das bei der Banane gar kein Problem: einfach auf den Komposthaufen damit! Oder man gewinnt aus den Schalen Biogas und damit Energie.

Im Grunde genommen handelt es sich bei der Bananenschale um eine „gewachsene“ Verpackung, die mit dem Produkt selbst entsteht. Lässt sich diese Idee auf andere, vielleicht sogar auf industriell hergestellte Produkte übertragen? Dann steht am Ende eines Produktionsprozesses direkt das Produkt, das gar nicht mehr extra verpackt oder abgefüllt werden muss. Ist das technisch möglich? Oder kann es zumindest als Anregung für das Design von neuen, smarten Verpackungen dienen?

Die Frage ist erlaubt, und sie kann diskutiert werden – am besten mit Experten. Eine Gelegenheit dazu wird die Fachmesse EMPACK bieten, die am 14. und 15. Juni 2023 in Hamburg (Messehalle Schnelsen) stattfindet. Viele kluge Köpfe der Verpackungstechnik werden vor Ort sein: Hersteller, Entwickler und Designer von innovativen Verpackungen. Sie haben bestimmt auch Ideen, wie sich die Grundidee der smarten Bananenschale an andere Verpackungsaufgaben anpassen lässt.

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