Wie lassen sich Verpackungen noch effizienter und nachhaltiger gestalten? Diese Frage treibt viele Produktentwickler und Logistiker um. Wo können sie Anregungen für neue Ideen bekommen?
Vielleicht hilft ein Blick in die Natur. Sie setzt keine schnellen Trends, denn die Verpackungen, die sie „entwickelt“ hat, sind schon lange da – hier geht es um Evolution statt Revolution. Aber sie sind bewährt und ausgesprochen clever, wie zwei Beispiele zeigen.
Die Kokosnuss als „Verpackung“ des Keimlings übersteht einen Fall aus mehr als 20 Metern. Wenn die Palme am Meeresrand steht und die Nuss ins Salzwasser fällt, kann sie dort bis zu 100 Tage treiben und ist dann immer noch keimfähig – gute Voraussetzungen für „Insel-Hopping“ und die Fortdauer der Art über viele Jahrtausende.
Die Außenhaut der Nuss besteht aus drei miteinander verbundenen Schichten. Das kennt man von Industrieverpackungen, nur sind sie bei der Palme natürlichen Ursprungs und entsprechend nachhaltig bzw. kreislauffähig.
Das Vogelei als Verpackung für tierischen Nachwuchs bietet Schutz vor der Außenwelt. Die poröse Schale lässt Feuchtigkeit hinein. Es enthält Nahrung und lässt sich am Ende der Gebrauchsdauer, sprich: beim Schlüpfen des Jungvogels, mit überschaubaren Kräften von innen öffnen – ein kleines Wunderwerk der Natur. Biologisch abbaubar sind Eierschalen natürlich ebenfalls, und auch kreislauffähig: Dem Hühnerfutter beigemischt, dienen sie als wertvolle Kalziumquelle.
Ebenso praktisch und nachhaltig ist die Bananenschale. Mit ihr befasst sich ein eigener Blogtext.
Die Beispiele aus der Natur zeigen: Was geschützt werden muss, wird verpackt. Das ist in der Natur nicht anders als bei Konsumgütern und Industriewaren. Die außerordentlich wirksamen Methoden der Natur, diesen Schutz zu gewährleisten und zugleich ein „Entpacken“ im richtigen Zeitpunkt zu ermöglichen, sind schon beeindruckend – und nachhaltig. Und sie tragen den Stempel „Best practice“, weil sie sich nach den Grundsätzen der Evolution gegen andere Lösungen durchgesetzt haben.
Die Verpackungs-Designer und Logistiker werden die Konzepte der Natur nicht 1:1 abbilden können. Aber sie erhalten beim genauen Blick auf Kokosnuss & Co. vielleicht Anregungen, wie sich innovative Verpackungs-Ideen verwirklichen lassen. Für praxisgerechte und vermutlich schneller zum Ziel führende Ideen ist der Besuch von Fachmessen empfehlenswert – zum Beispiel der EMPACK, in Dortmund, Hamburg und Zürich, jedes Jahr.