Lieber smart oder doch intelligent? Der IQ der Verpackung

Noch ist die schöne neue Welt der intelligenten Verpackung nicht im Hier und Jetzt angekommen. Dabei könnte es wirklich so schön sein: Wenn sich der Inhalt dem Ende zuneigt, löst die Verpackung eine Online-Bestellung aus, und der Nachschub an Chips oder Müsli oder Waschpulver ist gesichert.

Eine intelligente Verpackung könnte auch auf das sich nähernde Mindesthaltbarkeitsdatum hinweisen, ebenso auf verdorbene Ware. Sie kann gezielt „Frischmacher“ oder Absorber abgeben, um die Haltbarkeit des Inhaltes zu verlängern oder aber sie registriert eine Unterbrechung der Kühlkette.

 

Ebenfalls möglich ist die sprechende Verpackung, die Hinweise zum Transport, zur Lagerung und zum Gebrauch des verpackten Produktes geben kann. Und wie praktisch wäre es für das Marketing zu wissen, wo die Verpackung geöffnet wurde und wie der Inhalt verbraucht wird?

Das alles ist technisch machbar. Manches wurde auch schon verwirklicht, die meisten Ideen aber eben noch nicht. Der zentrale Grund dafür ist offensichtlich: die Kosten. Die Verpackung ist eben nicht das Hauptprodukt, sondern „nur“ die Verpackung.

 

Forschungsinstitute arbeiten aber daran, kostengünstigere Sensorik zu entwickeln, die zum Beispiel einfach auf die Verpackung aufgedruckt werden kann. Bis diese Entwicklungen großserientauglich sind, muss die Industrie auf die intelligente Verpackung warten. Das ist o.k., denn in der Zwischenzeit gibt es genug zu tun.

Die smarte Verpackung hat vielleicht einen etwas geringeren Intelligenzquotienten als ihr intelligenter Zwilling, aber sie bietet großes Optimierungspotenzial. Die „Smartheit“ kann sich zum Beispiel in geringerem Gewicht äußern, in besserer Umweltverträglichkeit oder neuen (recyclingfähigen!) Werkstoffen, in Zusatzfunktionen oder (bei Konsumgütern) in einem Überraschungseffekt für den Käufer des Produktes.

 

Auch ohne „eingebaute Intelligenz“ sind der Fantasie hier kaum Grenzen gesetzt. Praxisgerechte Anregungen und Beispiele wird es auf der EMPACK in Hamburg geben: am 22. und 23. Juni 2023. Sie bietet auch das Forum für Diskussionen über aktuelle Entwicklungstrends in der Verpackungstechnik.

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